#69 Schaffen wir jetzt die Liebe ab, Beatrice Frasl?
Shownotes
Diese Folge erscheint nicht zufällig am Internationalen Tag der Freundschaft: Mit ihrem Buch „Entromantisiert Euch!“ hat die Autorin Beatrice Frasl hohe Wellen geschlagen. Ihr Weckruf an alle Frauen: Fokussiert euch nicht ausschließlich auf diese eine romantische Paarbeziehung in eurem Leben, denn diese ist vor allem für Frauen nicht unbedingt von Vorteil. Im Gespräch mit Podcast-Host Ursel Nendzig spricht sie über die Bedeutung von Freundinnenschaften im Leben jeder Frau und darüber, worin sich diese ihrer Beobachtung nach von Männerfreundschaften unterscheiden.
Hier geht es zum Buch von Beatrice Frasl, erschienen im Haymon Verlag. https://www.haymonverlag.at/produkt/entromantisiert-euch/ Und hier zum Interview
Für alle Abonnent:innen von „Welt der Frauen“ gibt es hier außerdem eine Bonusfolge, in der Beatrice Frasl persönliche Einblicke in ihren Werdegang gibt und über Vorbilder und Freundinnenschaften in ihrem Leben spricht. https://www.welt-der-frauen.at/bonusfolge-beatrice-frasl-podcast/
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Transkript anzeigen
00:00:01: Ich glaube, Paarbeziehungen sind in keinster Weise ein Gegengift zur Einsamkeit.
00:00:04: Es sind ganz oft die Vorbedingungen, weil sie uns halt in so Paar- beziehungsinseln hinein vereinzeln, wo wir dann eben andere Beziehung vernachlässigen und viele sogenannte Singlefrauen sind, glaub ich wesentlich weniger einsam als Frauen in Paarbetreuungen.
00:00:16: tatsächlich
00:00:17: Willkommen bei Welt der Frauen zum Hören dem Podcast direkt aus der Redaktion von Welt der Frau.
00:00:23: Hier sprechen wir mit spannenden Persönlichkeiten über alles was Frauen wirklich bewegt und interessiert.
00:00:30: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts direkt aus der Redaktion von Welte Frauen.
00:00:36: Ich bin Ursula Nensig, Redakteurin beim Magazin und heute ist bei mir eine Frau zu Gast von der ich persönlich das Gefühl habe sie schon sehr gut zu kennen weil ich ihr auf Social Media erfolge.
00:00:47: Weil sie auch schon einmal auf unserem Cover war und bei unseren Veranstaltungen auf Besuch und ja ich durfte sie auch für unser Magazin interviewen zu ihrem Buch letztes Jahr war das.
00:00:57: Ich habe natürlich außerdem ihre beiden Bücher gelesen patriarchale Belastungsstörung und Enchromantisiert euch so die beiden Titel.
00:01:04: Beides waren zu Recht Bestseller und beide haben mich sehr beschäftigt und mir auch sehr viel Futter zum Nachdenken gegeben.
00:01:12: Sie ist außerdem Podcasterin, Kolumnistin, Kulturwissenschaftlerin und einer der bekanntesten Feministinnen des Landes.
00:01:18: Liebe Beatrice Vrasel schön dass du heute hier zur Gast bist!
00:01:22: Ja vielen lieben Dank für die Einladung und für diese sehr wertschätzende Einführung meiner Person.
00:01:29: Ja, es gibt eine ganze Reihe von relevanten Themen zu denen du eine ganze Menge zu sagen hast.
00:01:33: Das weiß ich.
00:01:35: Heute wollen wir uns aber mit einer Sache beschäftigen die hoffentlich ja zu jedem Frauenleben dazugehört, aber oft nicht die Art von Aufmerksamkeit bekommt diese eigentlich verdient hätte nämlich die Freundinenschaft.
00:01:48: sie ist auch der eigentliche Helden in deinem Buch entromantisiert euch.
00:01:52: und Ja, Beatriz, wenn man sich gerade in der Welt so umschaut, Nachrichten liest auf Social Media unterwegs ist.
00:01:59: Dann kommt einem schon unweigerlich der Gedanke das ja eine romantische Beziehung zu einem Mann für eine Frau jetzt nicht nur unbedingt Vorteile bringt?
00:02:07: Was ist da gerade los eigentlich?
00:02:11: Ich glaube nicht dass grade was los ist.
00:02:13: ich glaube es ist immer schon los!
00:02:14: Ich glaube viel davon wird noch jetzt gerade sichtbar weil glaube ich Frauen in einem viel größeren Ausmaß drüber sprechen.
00:02:23: Ich gehe mal davon aus, dass du mit gerade auch die ständigen Nachrichten über männliche Gewalt gegen Frauen meinst.
00:02:32: Die grade ... Was jeden Tag aktuell was Neues öffentlich wird?
00:02:38: Ich glaube das hat es immer schon gegeben.
00:02:41: Ich glaube allerdings auch, dass Frauen jetzt mehr drüber sprechen.
00:02:45: Also ich glaube, es wird sichtbarer und natürlich durch digitale Medien werden wir eher damit konfrontiert.
00:02:50: Ja also vor ein paar Jahrzehnten haben wir das vielleicht alles gar nicht so mitgekriegt weil wir nicht ständig Neuigkeiten von überall auf der Welt konsumieren konnten.
00:02:58: Es muss nicht unbedingt gerade sozusagen eine negative Entwicklung sein, dass wir das alles gerade sehen sondern vielleicht ist auch ein Resultat der positive Entwicklung, dass es öffentlich wird und das sichtbewirrt und dass wir dann überhaupt mal darüber sprechen können was davor vielleicht unter dem Teppich gekehrt wurde oder irgendwie als eigentlich eh unerträgliche Normalzustand, aber halt Normalzustand für Frauen ertragen werden musste.
00:03:19: Also ich glaub es ist nicht eine Situation die gerade passiert sondern die immer schon so war und jetzt halt einfach offensichtlich wird.
00:03:26: Und ich glaube was auch noch dazu kommt ist dass Frauen jetzt wahrscheinlich auch in einem größeren Maße drüber sprechen können weil sie weniger von Männern abhängig sind.
00:03:34: alles früher.
00:03:35: Ja, insofern wie du sagst ist es ja auch eine positive Entwicklung wenn wir davon ausgehen dass das Ausmaß der Gewalt und der Probleme immer gleich hoch ist.
00:03:44: Ist sehr durchaus positiv je mehr wir davon mitbekommen.
00:03:48: Ich weiß nicht, ob es immer gleich groß ist aber das ist eine These zumindest die ich habe dass sich davon ausgeht, dass schon ... dass wir einen größeren Ausweis darüber sprechen jetzt.
00:04:00: In deinem Buch entromantisiert euch da analysierst du ja sehr stark die oder sehr ausführlich die romantische Paarbeziehung zwischen Mann und Frau.
00:04:11: was ist das Ergebnis deiner Analyse der romantischen Paar Beziehungen?
00:04:18: Ich habe ein ganzes Buch drüber geschrieben.
00:04:22: Es ist kein Liebesroman, das verräte ich auch schon... Es
00:04:25: ist keine Liebesroman, der Untertitel ist auch ein Wegruf zur Abschaffung der Liebe wobei und es ist glaube ich, dass wir heute dann noch sprechen werden, es mir gar nicht so sehr geht darum die Liebe abzuschaffen sondern eher den Blick auf andere Formen von Liebe zu lenken.
00:04:39: Ja da kommen wir später aus.
00:04:41: Aber meine Resümee ist tatsächlich, dass romantische Beziehungen mit Männern also romantische Beziehungen von Frauen mit Männern, vorrangig den Männern nutzen und den Frauen eher Schaden als Nutzen.
00:04:54: Und das liegt einerseits am äußeren Bedingungsgefüge, dass es einfach Frauen- und Männer schon mal eine Hierarchie zueinander bringt dann auch in individuellen Beziehung.
00:05:05: Aber es liegt auch an unterschiedliche Sozialisierung.
00:05:10: Das hast du vorhin angesprochen, einem großen Ausmaß ein Gewalt gegen Frauen in gerade diesen Beziehungen.
00:05:15: Es gibt ja niemanden, der uns gefährlich ist, statistisch als Frau als der eigene Partner.
00:05:19: Also grundsätzlich mal die Männern mit denen wir in einem Nahverhältnis sind unsere Väter und unsere Brüder, unsere Onkel aber dann hauptsächlich eigentlich unser Partner oder der Ex-Partner.
00:05:29: Und das ... Romantische Paarbeziehungen mit Männern bringen Frauen in eine Abhängigkeit ganz oft, vor allem dann wenn sie auch noch Kinder bekommen.
00:05:39: Sie bilden den Rahmen dass Frauen extrem viel arbeiten müssen und bezahlt arbeiten müssen.
00:05:47: Und das sind alles jetzt nicht unbedingt gerade die besten Verkaufsargumente, würde ich sagen.
00:05:53: Und dann dazu kommt noch dass wir uns in einer Zeit befinden wo zumindest sehr viele Frauen zumindest im Westen sagen können naja eigentlich müssen wir das nicht mehr machen.
00:06:01: Also für die längste Zeit unserer Geschichte war ja die Welt von Männern so eingerichtet, dass Frauen und Männer gebraucht haben.
00:06:06: faktisch also wir hatten keine Ressourcen ohne dass wir einen Mann hatten.
00:06:10: Wir waren ja auch nicht mal vor Gericht irgendwie juristische Personen, wir konnten kein Bankkonto öffnen, wir durften irgendwie nicht arbeiten gehen.
00:06:16: Das klingt so als wäre das ein Hundert, aber da brauchen wir gar nicht weit zu schauen.
00:06:20: Da brauchen wir in die siebziger Jahre zum Schauen bis zur Familienrechtsreform und davor hätten wir beide hier ohne die Zustimmung eines Mannes der uns übersteht.
00:06:30: Dürften wir gar nichts sitzen?
00:06:31: Genau!
00:06:32: Und es ist jetzt nicht mehr so.
00:06:34: Es ist mittlerweile auch so dass Frauen ... durchschnittlich besser ausgebildet sind als Männer, schneller studieren mit besseren Noten.
00:06:40: Sie verdienen zwar immer noch wesentlich weniger als Männer gerade in Österreich wo wir einen sehr hohen gender pay gap haben aber im Grunde viele Frauen mittlerweile sehr unabhängig von Männern und schießen so ein bisschen davon.
00:06:52: Und wir finden uns jetzt in einer Situation, die ich sehr spannend finde, die auf allen möglichen Ecken und Enden gerade zu Krisen führt.
00:06:59: aber ich find sie sehr spannend weil es hat auch sehr viel Befreiungspotenzial für Frauen.
00:07:04: Die Situation ist die folgende, Frauen kommen immer mal drauf.
00:07:07: irgendwie ist das mit den Männern nicht so geil wie er uns die ganze Zeit eingeredet wurde von Disneyfilmen und sogenannten Frauenmagazinen.
00:07:13: Welche Frauen natürlich ausgenommen?
00:07:14: Danke!
00:07:16: Und irgendwelchen Romcoms, nämlich das Wichtigste in unserem Leben ist es irgendwie einen Mann zu finden und zu heiraten.
00:07:21: Dann sind wir glücklich bis ins Ende unserer Tage.
00:07:25: Das funktioniert irgendwie nicht so im Wirklichkeit.
00:07:27: Ist der Effekt, dass wir dann die ganze Zeit jemandem Ersocken hinterher tragen und Putzen und kochen?
00:07:31: Und dann irgendwie unglücklich werden?
00:07:33: Dass wir finanziell abhängig sind!
00:07:35: Im schlimmsten Fall wären wir auch noch getötet.
00:07:37: in diesem Kontext.
00:07:38: Sag ich jetzt zu Lapidaa, da ist natürlich sehr schlimm mehr ... Und gleichzeitig ist es aber eigentlich überhaupt gar nicht mehr notwendig, dass wir uns in dieser Situation begeben.
00:07:45: Weil wir eigentlich ganz gut ohne Männer leben können und sehr viele Frauen glaube ich sind jetzt einen Punkt wo sie sagen ja dann machen wir's halt nicht mehr.
00:07:53: Das ist eine reale Möglichkeit zu sagen nein.
00:07:56: Ein Danke!
00:07:57: Ja, es gibt ja auch eine... Ich bin mir gar nicht sicher ob seine Studie ist.
00:08:00: Das wirst du mir vielleicht beantworten können die tatsächlich zeigt dass wir zustandverheiratet sein für Männern bedeutet mehr Lebensjahre zu haben und für Frauen lebensverkürzend ist.
00:08:10: Ist das tatsächlich so?
00:08:12: Weißt du das?
00:08:13: Es gibt mehrere Studien zum Thema die ein bisschen unterschiedliche Ergebnisse hatten aber Man kann sich so zusammenfassen, dass Männer definitiv die mit Frauen verheiratet sind länger leben als Männer, die sogenannte Singles sind.
00:08:29: Es liegt daran das sie dann öfter zum Arzt gehen was schon mal darauf erweist, dass sie jemanden haben der sie zum Arz schickt und Termine für sie ausmacht.
00:08:38: Was darin liegt, dass Sie sich dann gesunde ernähren?
00:08:39: Was drauf erweißt, dass es jemandem haben, der ihm was gesundes zu essen gibt oder sie dazu motiviert sich gesund zu ernährend machen auch mehr Sport usw.
00:08:48: Und bei Frauen ist es so, es gibt eine Studie die sagt dass Frauen zwei Jahre kürzer leben wenn sie mit Männern verheiratet sind und es gibt Studien die sagen Die Ehe hat zumindest keinen positiven Effekt auf die Lebensdauer von Frauen.
00:09:03: Was ich auch sehr spannend finde ist Es gibt auch Studien die darauf verwweisen das Wenn Frauen sterben, dass Männer dann auch eher Bald darauf sterben, dass es sozusagen widmer sind.
00:09:14: Und bei Frauen ist das auch umgekehrt die ganz oft nach dem Tod ihres Ehemannes dann noch mal aufblöhn, so zu sagen.
00:09:20: Also auch wenn's um psychische Gesundheit zum Beispiel geht, das war eigentlich eine der Ausgangspunkte für meine Auseinandersetzung mit dem Thema.
00:09:24: War mein erstes Buch wo ich mich mit dem Team psychisch gesundert auseinandergesetzt hab und wo dann immer wieder aufgekommen ist in der Recherche, dass z.B.
00:09:33: Männer, die mit Frauen verheiratet sind viel weniger Depressionen haben und bei Frauen Es gibt einiges in heterosexuellen Paarbeziehungen, was Zukunft von Männern sich aushält und Ungunsten von Frauen.
00:09:46: Ich glaube so kann man es so sagen.
00:09:48: Ja also ... In deinem ganzen Buch blädierst du einfach dafür aber da kommen wir auch noch genauer drauf die romantische Paar-Beziehung sozusagen nicht ganz in den Mittelpunkt stellen.
00:09:58: Die ist schon in Ordnung, aber es gibt immer noch andere.
00:10:01: Ich weiß
00:10:02: gar nicht ob sie so in Ordnungen sind.
00:10:04: Wir sehen ja glaub ich das sehr viel damit nicht in Ordlung ist und dass es mir auch wichtig dazu zu
00:10:10: sein.
00:10:13: Und dir wurde das aber so quasi in den Mund zurückgelegt, dass du nicht weniger als die Liebe abschaffen wollen würdest.
00:10:22: Was antwortest du da drauf?
00:10:24: Naja, das ist ja auch in meinem Untertitel und der ist ja bewusst provokativ gewählt.
00:10:29: Wobei es ein Zitat von einer anderen Feministin Schuler mit Firestone ist, weil sich die Leute darauf aufhängen und ganz oft nicht wissen.
00:10:36: Die hat in einem Text geschrieben wollen wir die Liebe abschaffen und deshalb habe ich dann darauf refinanziert.
00:10:39: im Untertiteln aber... Ich
00:10:42: glaube das ist den meisten entgangen.
00:10:43: Ich glaube Leute
00:10:44: über Feministen aufregen lesen selten feministische Theorie.
00:10:47: Das ist ein Hypothese!
00:10:50: Also glaub ich ist das ein bisschen untergegangen.
00:10:55: Also ich meine, die Liebe kann man nicht abschaffen.
00:10:59: Mir geht es darum dass man so die Ideologie und diese Zentrierung der Romantik abschaft.
00:11:05: und eigentlich meiner Meinung nach... Alle Vorstellungen, die damit hergehen, die eigentlich dazu angetan sind, Frauen zu unterdrücken und zurechtzumachen.
00:11:16: Und zurechts zu biegen für die Liebe.
00:11:19: Darum geht's mir viel mehr als zu sagen, wird ja für mich jetzt nicht mehr lieben oder so.
00:11:23: Eigentlich ist mein Buch der letzten Endes, also die, die es gelesen haben wissen das... Das sind meistens nicht die, die sich darauf aufregen.
00:11:30: Also ist ja ein Plädoyer für mehr Liebe eigentlich, dafür mehr Liebe in unserem Leben Platz zu geben oder anderen Formen für ihr Leben auch Platz zu gehen.
00:11:39: Eigentlich ist es das Gegenteil dessen was auf dem Cover steht und das ist jetzt so ein bisschen der Joke auch weil ich auch so ein bißchen Spiel damit in diesem Untertitel dass wenn ich liebe sage oder schreibe Leute an eine bestimmte Form von Liebe denken und das wollte ich auch damit aufzeigen.
00:11:54: Wenn wir Liebe sagen meinen wir die romantische Liebe.
00:11:56: aber warum eigentlich?
00:11:58: dominant und was hat es mit patriarchalen Verhältnissen zu tun?
00:12:01: Am Ende des Buches kommt ja auch ganz stark raus.
00:12:04: Eine der wichtigsten Lieben im Leben von Frauen kann eine Freundinenschaft sein, wir haben ja ein Veranstaltungsformat bei welter Frau das heißt unter Freundinnen da warst du auch Teil davon, das hat mich sehr gefreut.
00:12:18: Welche Bedeutungen können den Frauenfreundschaften gerade in Patria Hart für uns?
00:12:25: Ich glaube, dass die wirklich von zentraler und fast schon überlebensnotweniger Wichtigkeit sind.
00:12:32: Weil Frauen gerade in patriarchalen Verhältnissen Räume brauchen, wo sie sich austauschen, wo Sie miteinander in Beziehung gehen oder in Verbindung gehen.
00:12:42: Wo sie sich gegenseitig stützen und unterstützen.
00:12:46: Wo es Räime gibt, in männlichen Zugriff sich entziehen sozusagen?
00:12:50: Oder patriarchalem Zugriffs sich entzehn.
00:12:51: ich glaube das ist das ganz besonders wichtig ist.
00:12:55: Was macht deine Freundinenschaft denn gerade so stark?
00:12:59: Also was ich so spannend finde, jetzt auch im Vergleich zur romantischen Liebe ist ja das... Ich habe schon gesagt, wenn wir das Wort Liebe sagen, meinen wir meistens romantische Liebe.
00:13:09: Das ist irgendwie so eine Prototyp der Liebe und wir lernen irgendwie, dass wir unseren romantischen Partner oder die romantischer Partnerin ins Zentrum unseres Lebens stellen sollen.
00:13:19: Dass es die Person ist mit der wir unser Leben teilen, mit der alle wichtigen Entscheidungen treffen... Und allen anderen Zielen werden dann von diesem Leben so ungefähr als diese Vorstellung.
00:13:28: Die Wahrheit ist aber, wenn man sich die Realität der meisten Leben anschaut.
00:13:33: Ist es so, dass die meisten Leute ja nicht irgendwie einen Partner haben für den Rest des Lebens?
00:13:37: Sondern sowas machen wie Cerelle Monochamie oder Cerella Romantik, wie Andrea Nebel auch das nennt... Also man hat sozusagen einen Boyfriend und dann ist man mit dem drei Jahre zusammen und dann trennt man sich und dann hat man den nächsten Boyfriend irgendwann.
00:13:50: Oder ihr Mann!
00:13:53: Und ... Die Leute, die bleiben sind ja ganz oft die besten Freundinnen.
00:13:58: Die all diese Ehemänner mitkriegen und die wirkt dann auf diesem Weg dieses Fokus auf romantische Beziehungen ganz oft ein bisschen vernachlässigen.
00:14:08: Und deshalb ich glaube das macht Freundschaften so besonders dass sie ganz oft, die eigentlich beständigen lieben unseres Lebens sind, die wir aber so gar nicht sehen weil wir so indoktriniert sind einfach dieser romantischen Beziehung so ins Zentrum zu stellen.
00:14:22: Das ist ja auch extrem destabilisierend.
00:14:24: dann in einem Lebensverlauf, wenn ich ständig und immer wieder – und ich glaube das erleben auch sehr viele Menschen so – diesen einen Partner habe der für mich mein Ein- und Alles ist und dann ist er weg und dann zieht man mal den Boden unter den Füßen weg.
00:14:36: Und das ist glaube ich auch ein Grund warum es sehr sinnvoll sein kann sich auf seine Freundschaften mehr so konzentrieren weil Das bleiben ganz oft, also natürlich halten nicht alle Freundschaften ewig.
00:14:47: Aber das ist zumindest das was ich so in meinem Umfeld beobachte dass sehr viele Frauen einfach gerade Freundinnen haben die sie irgendwie zwanzig dreißig vierzig Jahre haben während da eher man vielleicht irgendwie zehn Jahre da ist.
00:15:00: Ja gleichzeitig haben wir in meiner Wahrnehmung zumindest eine recht enge Auffassung von Freunden Dienenschaft, also von Freundschaften zwischen Frauen.
00:15:07: Also oft sind das so Labels dann auch wie ... Das sind meine Mädels und BFFs.
00:15:13: Und oft ist es mit Aktivitäten sowie Mädelsausflug oder Mädelstrieb.
00:15:20: Ich bekomme das oft seinen Anstrich, seinen albernen Anstrichen.
00:15:25: Was aber können Freundendenschaften wirklich sein?
00:15:28: Das muss ja nicht nur wir gehen pro Säck und trinken sein!
00:15:32: Ja... Der Albene Anstrich, ich freut mich halt, ob das nicht auch irgendwie so eine patriarchale Zuschreibung ist ein Stück weit.
00:15:39: Weil wir es schon auch in einer Kultur leben wo das was Frauen machen und vor allem was sie miteinander machen traditionell sehr abgewertet wird.
00:15:47: also Ich beschreibe meine Buche dem Begriff Gossip.
00:15:51: Das bedeutet ja auf Deutsch so wie klatschen, tratschen also Weibergeräte oder Weibertradscherei Und das war ursprünglich ein Begriff der weibliche Vertraute benannte.
00:16:02: Also engeweiblicher Vertraut, unabhängig davon ob man mit ihnen biologisch verantwortet hat oder nicht also die Schwestern und die Freundinnen usw.
00:16:07: Das wurde dann eben über so Räume wo Frauen unter sich sind negativ besetzt weil Männer dann so Angst hatten was diese Frauen dann bereden, ja?
00:16:17: Dann Männer reden und so Und irgendwie negative Dinge über sie erzählen, was übrigens ein ganz wichtiger Effekt von Gossip ist.
00:16:24: Dass die negativen Dinge über Männer sagen können, weil das oft auch überlebensnotwendig ist, dass wir uns über Männer austauschen und es gegenseitig sagen, vor welchem wir uns in Acht nehmen müssen zum Beispiel.
00:16:34: Aber weil Männer dann so viel Angst hatten und das auch in Texten dann artikuliert haben ... Was Frauen da unter sich besprechen wurde Gossip zu einem negativ besetzten Wort eigentlich.
00:16:45: Ich hab eigentlich bedeutet sowas wie meine meine Enge vertraut.
00:16:49: Eigentlich war das ein schöner Begriff, aber warum erzähle ich das?
00:16:51: Weil ich glaube im patriarchalen Gesellschaften eine ganz klassische Strategie ist so dass was Frauen miteinander machen abzuwerten.
00:16:58: Die Mädels die halt in irgendwas peinlicheres Machen miteinander sitzen halt zusammen und reden über Gefühle oder machen irgendwie komischer Mädchen ... Ich weiß es nicht.
00:17:07: Das geht ja soweit, also ich weiss nicht, Tila Swift ist auch sein kulturelles Phänomen, das hauptsächlich ein weibliches Publikum hat und man mag jetzt von Tila Swift halten, was man möchte.
00:17:15: Ein Teil der Kritikern hier ist es sicherlich auch misogyn geprägt, weil so ein ... Ja, das sind halt latter Mädels untereinander und die bewundern diese Frauen.
00:17:23: Das ist ja total peinlich!
00:17:24: Und das ist nicht wirklich Kunst und sowas, ne?
00:17:26: Also während's Hochkultur ist wenn Männer irgendwie Männern zuschauen, die einen Ball hinterherlaufen.
00:17:31: So, das muss man total ernst nehmen.
00:17:33: Es ist auch im Hauptabendprogramm und so.
00:17:34: Na
00:17:35: klar.
00:17:36: Genau also was kann man ja auch peinliche finden eigentlich.
00:17:39: Ich glaub' so dieses bisschen Albern is schon ein Stück weit eine patricheale Zuschreibung.
00:17:43: aber Grundsätzlich können unsere freundschaftlichen Beziehungen auch die zentralen Beziehung in unserem Leben sein.
00:17:49: Also wir können ja mit unseren Freunden im Grunde so gut wie alles machen, was wir mit unserem Partner machen also nicht nur Projekte trinken sondern halt auch gemeinsam in Urlaub fahren.
00:17:57: Wir können gemeinsam, weiß ich nicht Weihnachten feiern wäre das möchte Geburtstag gefeiern.
00:18:00: man kann gemeinsam einen Hundert adoptieren und dann kann zusammen wohnen Man kann Kinder großziehen gemeinsam.
00:18:07: Ich finde es spannend, dass ich in einem erweiterten Umfeld das immer wieder auch sehe und sagen soll wir uns jetzt zusammen, ganz oft wenn dann Beziehungen in die Brüche gehen wo Kinder teilen waren diese Beziehung oder Frauen sagen so und wir sind als beste Freundinnen und Zielen zusammen und ziehen unsere Kinder im Großen zum Beispiel.
00:18:22: Man kann finanzielle Verantwortung teilen ja man kann im Grunde fast alles tun was man mit einem Partner auch tun würde.
00:18:32: Vor dem Hintergrund, das man sich vorhin gerade gesagt hat nämlich dass diese Freiheitsbeziehungen ja ganz oft länger halten als die romantischen stellt sich natürlich auch die Frage wäre es nicht sinnvoller wenn wir das machen.
00:18:42: Gerade wenn so Sachen wie Kinder geht Also Kinder kriegen oder wirklich langfristige Verantwortung teilen.
00:18:48: Man schaut, dass man das alle drei Jahre mit einer neuen Person macht oder alle zehn Jahre weiß irgendwie sinnvoll das mit der besten Freundin vielleicht zu machen die wahrscheinlich in fünfzig Jahren auch noch
00:18:56: da ist.
00:18:57: Ja ich bin über einen Beitrag gestoßen irgendwo in den Weiten des Internets Dass es wirklich ein Trend ist im China.
00:19:04: Ich meine viele Dinge werden uns verkauft wie in China.
00:19:06: Es ist ein Trend aber in dem Fall war es halt eine Reportage über zwei Frauen in China die alleinerziehende sind und sich in einer WG zusammengegangen haben, um gemeinsam ihre Kinder groß zu ziehen.
00:19:15: Und mein erster Gedanke war ich kann so dem was abgewinnen weil ich erinnere mich als meine Kinder klein waren und man hat sich mit einer Freundin getroffen in Schoenbrunn oder was weiß ich im Zoo.
00:19:25: es ist egal.
00:19:26: und das Gefühl zwei Mütter, unendlich viele Kinder.
00:19:31: Das wäre überhaupt kein Problem, wenn da siebenach Kinder rumlaufen würden.
00:19:35: Weil ich weiß die andere ist zur Stelle, wo sie hinpacken muss und wie sie ein Kind rösten kann.
00:19:41: Also zwei Frauen, zwei Müttel zusammen hat eine irrsinnige Vertrauensbasis.
00:19:47: Das ist eine spannende Beobachtung.
00:19:48: Da hab' ich mir sofort gedacht ja, ich verstehe das und finde das durchaus eine super Idee im Grunde.
00:19:55: Hast du das auch schon beobachtet?
00:19:57: Ja, also erstens mal bemerke ich, dass es medial immer präsenter wird.
00:20:03: Also ich sehe immer wieder Medienberichte in letzter Zeit wo es darum geht das Menschen halt im ... Ich nenn's jetzt mal Alternative Familienformen und ich hasse diesen Begriff.
00:20:14: Kinder großziehen, ganz oft sind das Freunde miteinander zum Beispiel, Freundinnen miteinander.
00:20:19: Wie würdest du es bezeichnen wenn du sagst Alternative Familie?
00:20:23: Einfach Familie ist ja auch eine Familie.
00:20:27: Ich glaube, ich mag das Wort Alternative an Vergebung.
00:20:30: Aber genau also mir geht es auch darum, dass man diesen Begriff der Familie auch ein bisschen neu definiert und sich mal überlegt was das eigentlich alles sein kann oder sein sollte und wie wir das vielleicht auch anders gestalten können so dass es mehr Menschen auch tatsächlich etwas bringt und nicht nur immer dieselben Nutzen ist das in sozusagen dieses Systems.
00:20:49: aber ich beobachte das auch in meinem erweiteren Bekanntenkreis immer mehr Menschen gibt, die sagen wir wollen das jetzt irgendwie anders machen und die stoßen natürlich dann aber auch auf reale Grenzen.
00:21:02: Also es gibt ja nur eine Form von Beziehung, die man rechtlich absichern kann.
00:21:06: Nur in der romantischen Beziehungen kannst du mit einer Ehe oder auch mit einem eingetragenen Partnern, da gibt's gar zwei Rechtsinstitute, kannst du mir zwei Rechtsinstruten absicheren lassen Wenn du das mit einer anderen Person hast, natürlich kannst du deine beste Freundin auch heiraten.
00:21:19: Aber eigentlich ist ja das nicht die Idee für die Ehe ausgelegt ist sozusagen und ich fände es spannend wenn es da politisch ein bisschen Fortschritte gäbe dass man irgendwie Familie rechtlich breiter definieren kann weil in dem Moment wo wir dann Verantwortung übernimmt füreinander oder wirklich vielleicht Kinder gemeinsam groß sind, braucht es vermutlich auch rechtliche Absicherung.
00:21:41: Ja und ich kann mir zum Beispiel vorstellen sagen wir zwei Freundinnen kaufen sich zusammen in eine Wohnung, why not?
00:21:47: Dann ist das ja auch schwierig wenn du nicht verheiratet bist, sich einen Kredit zu teilen ist wahrscheinlich auch nicht ohne.
00:21:52: Kenne mich jetzt nicht so gut ausrechtlich aber kann ich mir gut vorstellen.
00:21:56: Was würdest du denn sagen?
00:21:57: was unterscheidet den Freundschaften zwischen Frauen von jenen zwischen Männern?
00:22:03: also was ich da sehr erschütternd finde ist, was uns die Freundschaftsforschung erzählt drüber.
00:22:09: Weil es tatsächlich so ist dass wir da sehen das Freundschaften zwischen Männern sehr oft ja auf gemeinsamen Tätigkeiten passieren.
00:22:20: also man tut irgendwas gemeinsam weil sie nicht auf einem Berg gehen oder gemeinsam irgendwas anschauen oder gemeinsam irgendwie Sport machen Während Freundschaften zwischen Frauen eher darauf passieren, dass man miteinander kommuniziert und das quasi verletzlich voreinander ist oder gemeinsam Probleme löst.
00:22:36: Und das führt halt zu wesentlich intensiveren engeren Freundschaft.
00:22:40: Das ist nichts was ich sage sondern es ist etwas was uns wirklich die Forschung einfach sagt.
00:22:45: Also wie soll ich sagen?
00:22:47: Die wissenschaftliche Evidenz ist da erschreckend nah an einem Klischeebild eigentlich dran.
00:22:52: Was mich auch erschüttert hat.
00:22:54: Und das führt eben dazu, dass Frauen ganz oft wesentlich engere, tragfähigere, intimere Freundschaften haben als Männern.
00:23:01: Und auch das hat dann wieder eine Auswirkung auf romantische Beziehungen.
00:23:04: Wenn man in diesem heteroromantischen Kontext bleibt ist es ganz oft so, dass die einzige Bezugsperson, die die Männer wirklich haben, die ihr Frau ist oder die Partnerin.
00:23:16: Was für sie bedeutet, dass sie alles an emotionaler Arbeit machen muss?
00:23:21: weil sonst niemand da ist, der irgendwas abfädert.
00:23:22: Weil es einfach keine andere Beziehung gibt im Leben dieses Mannes.
00:23:25: Ich sehe schon auch einen Druck, der auf den Partnerinnen lastet
00:23:29: und es führt aber auch für Männer dazu dass sie ohne diese Beziehungen sehr einsam werden.
00:23:35: also es führt dazu das Sie Trennungen schlechter verarbeiten die einzige Person wegfällt, die relevant ist.
00:23:44: Ich finde es immer sehr spannend.
00:23:45: da gibt's so Studien wo dann Männer in heterosexuellen Paarbeziehungen gefragt werden wer ist eine wichtigste Bezugsperson?
00:23:50: und sie sagen meistens meine Partnerin
00:23:52: ja
00:23:53: und wenn Frauen dasselbe gefragt werden fragen Sie meistens meiner beste Freundin und wenn sie nicht sagt meine beste Freundinnen ist das die Schwester und die Mutter.
00:23:59: also das ist irgendwie eine enge weibliche Bezugsperson.
00:24:03: Wenn man fragt, wen rufst du an mit was Gutes oder Schlechtes passiert?
00:24:08: Dann ist es ganz selten die erste Person der Ehemann.
00:24:11: Bei Männern ist das genau umgekehrt.
00:24:13: Das zeigt schon mal dass Frauen grundsätzlich ein besseres Netz haben nicht nur von einer Person abhängig sind und bei Männern hat sie durch diese Freundschaftslosigkeit einfach auch ... Abhängig sind dann von einer Frau auch plötzlich.
00:24:29: Also das ist ja auch etwas, was mit so einem Stereotypen-Männlichkeitsbild clasht und wahrscheinlich auch zu sehr viel Aggression führen kann.
00:24:36: Wenn man dann plötzlich merkt, man ist von einer Person abhängig emotional wenn man irgendwie niemanden sonst hat.
00:24:41: Aber wir wissen nicht woher das kommt oder?
00:24:43: Aus der Geschichte, aus der sociologischen Forschung warum Männer keine tiefe emotionalen Freundschaften oder weniger oft tiefe emotionale Freundschafte mit anderen Männern haben.
00:24:54: Na ja, also die Forschung sagt uns halt, dass das schon etwas ist was Urchen von klein auf Lernen.
00:24:59: Dass man halt Beziehungen nicht über Kommunikation sondern halt irgendwie gerangelt und miteinander irgendwas machen herstellt.
00:25:09: Und dass auch die Art wie Frauen in Beziehung treten oder wie Mädchen in Bezierung treten dann ganz stark abgewertet wird weil es so Mädchenzeug eben groß ist.
00:25:18: Also sie sitzen halt dann zusammen Labern irgendwas.
00:25:22: Es wird halt auch ganz stark abgewertet und dadurch, dass das so wie sie können abgewärtet ist, ist es für Burschen ja nicht erstrebenswert.
00:25:28: Das machen wir die Mädels, das machen ...
00:25:31: Hast du denn nicht eine Erklärung dafür, warum wir uns so schwer damit tun oder warum wir es einfach nicht tun?
00:25:36: Dass wir Freundinenschaften als Beziehung oder eben die Zuneiligung, die wir zueinander spüren, als Liebe bezeichnen?
00:25:45: Weil weißt Du ich kenne das nur.
00:25:47: also wenn man jemandem zum Beispiel in einer Runde Man stellt einander vor und da bin ich mit meiner Freundin.
00:25:52: Und dann ist es immer so, dass ich sage, meine beste Freundin damit niemand ...
00:25:56: Die Idee kommt, dass du mir nicht romantisch zusammen bist?
00:25:58: Ich
00:25:59: könnte sagen, das stimmt halt.
00:26:02: Also ... Ich find das spannend, wir tun uns da schwer irgendwie.
00:26:08: Das Wort, wie du's eingangs schon gesagt hast, ist eigentlich nur im Kontext von romantischen Paarbeziehungen gebräuchlich oder?
00:26:16: Ja, total!
00:26:18: Ich find das total schwierig und es verweist halt irgendwie auch, glaub ich, auf so patriarchale Strukturen.
00:26:23: Ich glaube, dass er's ganz viel damit zu tun hat... Ich finde auch, dass war Partner-Partnerin total spannend weil ich ja auch finde, dass es sicherlich Freundschaften gibt wo das total zutreffend wäre.
00:26:32: Ja.
00:26:33: Dass Leute
00:26:34: platonische Partnerinnen für einen Patient sind.
00:26:36: Und wir verwenden das Wort aber nicht.
00:26:39: Und da gibts mehr, also ich liebe das Leben so'n Sorge.
00:26:42: Lebensmensch?
00:26:43: Das sind alles Begriffe die ganz oft, glaube ich, für Freundschaft ... oft noch zutreffen, dass sie nicht für romantische Beziehungen und aber nicht verwendet werden.
00:26:52: Vielleicht sollten wir das einfach ändern!
00:26:54: Vielleicht sollten mir das ab heute ändern?
00:26:57: Ich hätte es glaube ich schon gemacht in meinem Umfeld so.
00:26:59: Gut.
00:27:00: Aber... Ja.
00:27:03: Also ich bin auch dafür, dass man einfach diese Begrüße sich nimmt.
00:27:05: Ich finde sie auch total schwierig.
00:27:06: dann also wenn man jetzt jemand ist das sagt ich mag eigentlich Freundschaft nicht in meinem Leben zentrieren und ich habe dann an die ersten Sachen dich gemerkt hab jetzt ich habe ja überhaupt keine Sprache darüber zu sprechen weil alles irgendwie so vereinnahmt ist von der romantischen Beziehung.
00:27:19: also du kannst niemandem sagen ich liebe dich ohne dass alle glauben dass du so ein heiraten willst.
00:27:23: Das ist auch eine Spezifikum der deutschen Sprache muss man schon sein.
00:27:26: Stimmt?
00:27:27: Die Englischsprachigen Personen tun sich da einfach viel leichter.
00:27:32: Was ich auch noch beobachtet habe, ist dass wir oft von jemandem der keinen festen Partner, keine feste Partnerin können, Ehe-Partner in diesem klassischen romantischen Paar bzw.
00:27:42: Sinne – wenn das nicht existiert, bezeichnen wird die Person oft als alleinstehend oder einsam?
00:27:48: Wie findest du das?
00:27:50: Ich finde schon den Begriff Single extrem fragwürdig.
00:27:53: Weil ich es total spannend find, dass die romantische Beziehung so dominant ist und so normativ ... je nach An- und Abwesenheit dieser einen Beziehungsform, eine Person in einer bestimmten Kategorie sortieren.
00:28:05: Also dies entweder in einer Beziehung oder single.
00:28:10: Obwohl glaube ich ganz viele Frauen fallen, wenn die nicht in einer romantischen Paarbeziehung sind sehr gut eingebunden sind und wirklich nichts singulär in irgendeiner Weise sind.
00:28:18: Die haben ganz oft Schwester mit denen sie eng sind, Freundinnen mit denen es eng sind.
00:28:22: Sind irgendwie ständig ... In Beziehungen?
00:28:25: Ja!
00:28:25: Ich halte von diesen Begrifflichkeiten tatsächlich überhaupt nix kann auch sehr mutigend das zu hinterfragen, sich selbst so zu bezeichnen.
00:28:32: Also ich glaube ganz viele Menschen sind gerade in paar Beziehungen extrem einsam.
00:28:36: tatsächlich also von ganz vielen Frauen höre ich das auch dass sie noch selten so einsam waren wie in heteroromantischen Paarbeziehungen.
00:28:46: wir wissen auch aus der Forschung dass vor allem Mütter extrem einsamt sind.
00:28:50: Das ist etwas, was sehr untergeht medial.
00:28:52: Wir reden immer von der Mählung und das Epidemic weil wir uns im Liebsten den ganzen Tag mit männlichen Befindlichkeiten beschäftigen aber dass eigentlich die einsamste Gruppe statistisch mütter sind, die in heterosexuellen Paarbeziehungen sind Das ist etwas, was wir uns nicht so gerne beschäftigen.
00:29:06: Da müssten wir auch ein paar Strukturen hinterfragen nehmen wenn
00:29:08: wir uns
00:29:09: voll vergegenwärtigen würden.
00:29:11: Ich glaube Paarbeziehungen sind in keinster Weise ein Gegengift zur Einsamkeit sondern ganz oft die Vorbedingung weil sie uns halt in so Paar-Beziehungsinseln hinein vereinzeln wo wir dann eben andere Beziehungen vernachlässigen.
00:29:23: Also das klassische sobald jemand eine Freundin oder eine Freund oder einen Mann oder eine Frau hat ist man so aufeinander eingeschworen und vernachlässigt sozusagen Freundschaften in der Hinsicht, meinst du das?
00:29:34: Vernachläsigt andere Beziehungen wird von anderen immer in Bezug auf eine Person gedacht.
00:29:39: Denkt sich selbst immer im Bezug einer Person.
00:29:41: Es ist klar wenn ich zum Geburtstag aus Plus One mitnehme.
00:29:44: es ist klar mit wem ich am Samstag ins Kino gehe.
00:29:46: es ist Klar mit wemi zusammen wohnen Mit wemi ich Weihnachten feiern Mit wem mich auf Urlaub fahre Und so all diese Sachen die wir gerade besprochen haben.
00:29:52: Man vereinztet sozusagen in ein paar Insel hinein Und es ist noch mal eben dann schlimmer, wenn Kinder dazu kommen.
00:29:59: Weil das für Frauen ganz oft bedeutet dass sie einfach wirklich rund um die Uhr nur mehr Hacklinge zu Hause unbezahlt und auch gar keine Zeit mehr haben für Freundschaft, weil sie so alleine gelassen wird mit dieser Arbeit.
00:30:10: Also ich glaube für viele Frauen bedeutet Paarbeziehung, vor allem heterosexuelle Paar-Beziehungen ganz viel Einsamkeit und viele sogenannte Singlefrauen sind glaube ich wesentlich weniger einsam als Frauen in Paar Beziehungen oder Zeicheln?
00:30:21: Ja vielleicht, weil Sie auch gezwungen sind ihre Freundinenschaften einfach wieder an den Mittelpunkt zurück und sich darum zu kümmern.
00:30:30: Ich habe ja im Intro so ein bisschen Spaß aber gesagt, dass ich das Gefühl hab dich zu kennen.
00:30:34: Wir kennen uns, aber natürlich nicht rasend gut.
00:30:37: Passiert ihr das öfter?
00:30:39: Das wird mich interessieren.
00:30:40: und wie gehst du mit solchen ja im Endeffekt sehr kleine Grenzverletzungen?
00:30:43: Wie gehst Du damit um?
00:30:45: Und wenn das öfter passiert, dass Leute glauben sie kennen mich?
00:30:47: Ja weil
00:30:48: du einfach sehr präsent bist.
00:30:49: Sehr, so sieht man es sehr oft.
00:30:51: Das absurdeste was mir jemals passiert ist, ist in einem Mann, der im Supermarkt dann vor mir gestanden ist und gesagt hat kennst du mich?
00:31:01: Nein!
00:31:04: Es war eigentlich fast bedrohlich ein bisschen für mich im Moment, weil ich mir dachte wer bis zu was wirst du von mir?
00:31:10: Und dazu muss man sagen, als Feministin die öffentlich ist kriege ich auch sehr viel Haars ab.
00:31:13: Man weiß ja nie, wer an der Anspricht und was die wollen von einem.
00:31:17: Also das kann ja auch wirklich kaglich sein so?
00:31:20: Und im Endeffekt hat mir der dann erklärt, dass er einfach mir irgendwann mal eine Nachricht geschrieben hat auf Instagram und dachte, ich weiss, wer er isst und so.
00:31:27: Also viele Leute glauben wenn sie in öffentliche Personen beobachten auf Social Media oder mit denen ab und zu mal irgendwie eine Nachicht geschrieben haben, dass man dann sozusagen auch mit ihnen in Beziehung steht.
00:31:41: Ja, das sind ein paar soziale Beziehungen.
00:31:44: Also ja, das passiert mir sehr oft.
00:31:46: Je nachdem wie ich gerade medial sichtbar bin – also kurz nachdem mein Buch noch rauskommt ist es dann auch sehr oft – dann klingt das wieder ein bisschen abgenahm.
00:32:00: Also in unserem Kontext finde ich jetzt nicht irgendwie schwierig, weil wir Kollegen sind so.
00:32:04: Und tatsächlich auch schon mal miteinander gesprochen haben und ich weiß ja du bist und so.
00:32:07: aber wenn das irgendwelche fremden Leute sind die dann auf der Straße ansprechen Auch wenn die meistens total lieb sind immer ein bisschen gruselig, muss ich sagen.
00:32:16: Ich bin ja auch niemand der Öffentlichkeit so supergeil findet.
00:32:19: also es gibt sich Leute die das auch super finden aber nachdem das für mich ja auch immer ein Stück weit bedrohlich ist weil ich sehr viel bedroht werde... Es ist mir so ein bisschen einen Außeneuernbruch gerade wenn du irgendwie weiß ich nicht am Samstagnachmittag beim Bilder bei der Kaffe stehst oder zum Arztgestrat oder was was dich ehe wirklich anderes Sorgen hast.
00:32:34: man is er nicht ständig in einer öffentlichen Rolle auch und nicht immer bereit dafür angesprochen zu werden.
00:32:40: dann finde Aber noch gruseliger finde ich, wenn... wenn mich Leute sehen, mich nicht ansprechen und mir dann auch auf Instagram schreiben.
00:32:49: Ich hab dich letztens gesehen bei euch oder du bist ja öfter da in der Gegend wohnst du da?
00:32:54: Das ist halt... also das finde ich ein besonderes Book, weil man dann noch kein Gegenüber dazu hat, sondern dass im Internet irgendein anonymer Account ist, dem er sagt, wo uns zu leicht da, während man irgendwie darunter einen Vergewaltigungsdrohungen kriegt, ist ein bisschen
00:33:06: schwierig.
00:33:07: Ist ein bisschen schwer.
00:33:08: Also vielleicht den Tipp an alle die sich jetzt dafür interessieren mit ihren Kontakt zu tun bitte so nicht, einfach schreiben mal lo, ich find dich gut!
00:33:16: Ich habe dich hier und da im Interview gesehen, und ich unterstütze deinen Message.
00:33:20: Ich würde gern abschießen von dir noch wissen welche Rollen den Freundinenschaften in deinem Leben spielen gespielt haben?
00:33:27: Ich
00:33:29: bin ja eine dieser Personen darüber schreibe ich ein Buch auch die auch schon mal in einer romantischen Beziehung Freundschaften komplett vernachlässigt hat oder um diese Frage anders zu werden.
00:33:41: Ich glaube sehr durchmischt und sehr ambivalent auch, weil ich glaube ich selbst ganz oft überhaupt keine gute Freundin bin oder war.
00:33:48: Und dieses Buch war auch Teil dieser Reflexion für mich so.
00:33:53: Ich habe auch in Zuge des Schreibens dieses Buches für mich dann herausgefunden dass sich eigentlich Freundschaften ins Zentrum meines Lebens stellen möchte.
00:34:02: Also das heißt, es war für mich auch so ein Bewusstseinsprozess, bewusstwertungsprozess oder so ein Entwicklungsprozess dieses Buch zu schreiben.
00:34:09: Und ich habe das keineswegs geschrieben als so ein ... Es wird oft zu misverstanden von oben herab, dass sollte dir tun und das nicht, sondern es ist eigentlich so ein... Ich hab' eigentlich für mich was rausgefunden und es war auch für mich ein Prozess.
00:34:20: Das habe ich verstanden glaube ich, dass ich Freundschaftszentriert leben möchte und das heißt für mich glaube ich haben sie jetzt eine andere Rolle als noch vor ein paar Jahren wo mir das alles gar nicht so ... klar war oder wo ich da gar nicht so viel darüber nachgedacht habe.
00:34:34: Aber ja, ich glaube das ist das Thema ganz einfach auch für uns... als sogenanntes Frauenmagazin.
00:34:41: Wichtig ist, weil ich beobachte immer wieder, wenn ich das Glück habe, Leserinnen zu treffen oder Leserinnern – ich muss es in dem Fall nicht ändern bei Veranstaltungen und so -, dass sich ganz oft beobachtet hat, dass die zu zweit zutreht, dass da langjährige Freundinenschaften schon bestehen, dass sie gemeinsam kommen, sich auch gemeinsam weiterbilden, sich austauschen und das finde ich irrsinnig schön zu beobachten.
00:35:03: Also ich glaube, dass das Thema deswegen für uns wirklich eine
00:35:16: dass es für viele Frauen im Verlauf ihres Lebens eine unfassbar zentrale Rolle spielt, also Freundinenschaft.
00:35:22: Aber dass das trotzdem was ist, was viel zu wenig besprochen wird und viel zu weniger reflektiert wird auch.
00:35:26: Ich glaube, viele Frauen haben eigentlich eine patronische Lebenspartnerin oder zwei.
00:35:33: Und das wird aber nicht so benannt und auch nicht so mit diesem Wert belegt, mit dem die romantische Beziehung zum Ehemann belegt ist.
00:35:40: Je romantisch sie auch noch ist, aber ... Das ist dann eine andere Frage.
00:35:44: Ja, liebe Beatrice, vielen Dank, dass du das alles jetzt mit mir geteilt hast und auch mit unseren Zuhörenden.
00:35:50: Und ja, dass Du dir einfach Zeit genommen hast und das wiedererüber gesprochen haben!
00:35:55: Ich persönlich habe das große Glück, eine allerbeste und viele ganz tolle Freundinnen in meinem Leben zu haben.
00:36:02: Ich denke da, seit ich dein Buch gelesen habe und auch durch unseren Austauschtag ganz anders drüber nach.
00:36:07: Also insofern hast du schon etwas angestoßen – das weißt aber hoffentlich eh – dass dein Buch da ganz viel Denkprozesse in Gang gesetzt hat man noch mitnehmen kann, ist dass man die Beziehungen, die man führt nicht mehr so hierarchisch ordnet.
00:36:23: Also ganz oben ist dann der Ehemann und Freundschaften ziehen so darunter, je nach Dauer oder ich weiß eigentlich gar nicht wie man die da untereinander hier einordnen kann sondern das man eben all diese Beziehung als unterschiedliche Liebesbeziehungen betrachten kann.
00:36:37: Das finde ich irgendwie einen schönen Blick auf das Ganze.
00:36:40: Ja, ich hoffe lieber Hörerinnen und Hörern das Ihnen diese Folge gefallen hat.
00:36:44: Und wenn ja dann lassen Sie uns doch gerne eine gute Bewertung oder einen Kommentar da.
00:36:49: Empfehlen sie uns weiter und helfen sich unsere Inhalte noch mehr um die Leute zu bringen!
00:36:53: Den Link zum Buch entromantisiert euch ein Wegruf zur Abschaffung der Liebe von Beatrice Frasel.
00:36:59: Find's in den Show-Notes und dort verlinke ich auch noch einmal zu dem Interview, was wir dazu im Printmagazin schon abgedruckt haben.
00:37:07: Und dass Sie als Abonnent Ihnen jederzeit kostenlos nachlesen können.
00:37:12: Dann sage ich vielen Dank!
00:37:14: Ja, ich sag danke.
00:37:14: Das hat mich sehr gefreut.
00:37:16: Wir hören uns in zwei Wochen wieder.
00:37:19: Sind sie auf den Geschmack gekommen?
00:37:21: Neue Folgen von Welt der Frauen zum Hören gibt es jeden zweiten Donnerstag überall dort, wo es Podcasts gibt.
00:37:27: Jetzt abonnieren und keine Folge verpassen!
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00:37:38: Lernen Sie uns und unsere Gästinnen noch besser kennen.
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