#64 Mental Load: Wann wird die unsichtbare Last zu viel?
Shownotes
Soziologin Eva-Maria Schmidt und Gesundheitsexpertin Julia Commenda sind zu Gast bei Podcast-Host Ursel Nendzig. Sie gehen im Gespräch dem Thema Mental Load auf den Grund: Wann ist der Punkt, wo die unsichtbare Last zu viel wird? Wie können wir den eigenen Mental Load reduzieren und Care-Arbeit fair aufteilen? Welche Kraftquellen können wir im Alltag anzapfen? Und warum ändert sich seit so vielen Jahren nichts an der Tatsache, dass Mental Load vor allem ein Problem von Frauen ist?
Die im Gespräch erwähnte Autorin ist Patricia Cammarata – hier geht's zu ihrem Buch "Raus aus der Mental Load Falle". https://beltz.de/sachbuecher-ratgeber/eltern-familie/raus-aus-der-mental-load-falle/BEL86632
Und hier gibt es eine Checkliste der Initiative Equal Care, die dabei hilft, die Verteilung von Care Arbeit und Mental Load sichtbar zu machen. https://equalcareday.org/mental-load-home-de.pdf
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Transkript anzeigen
00:00:01: Wir treffen auch immer mehr Männer, die bereit sind Verantwortung wirklich zu übernehmen.
00:00:05: Von daher bin ich zuversichtlich.
00:00:07: aber natürlich gibt es noch viele Möglichkeiten wo wir dran drehen
00:00:11: müssen,
00:00:12: daran trauben müssen dass das strukturell und individuell leichter wird.
00:00:17: Willkommen bei Welt der Frauen zum Hören den Podcast
00:00:20: direkt aus der Redaktion
00:00:22: von Welt der
00:00:22: Frau.
00:00:23: Hier sprechen wir mit spannenden Persönlichkeiten über alles was Frauen wirklich bewegt
00:00:28: und interessiert.
00:00:30: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Welt der Frauen zum Hören.
00:00:34: Mein Name ist Urs Lenzig, ich bin Redakteurin und Autorin bei Welt der Frau und hostet diesen Podcast.
00:00:40: Wir beschäftigen uns als Magazin und auch hier im Podcast ja immer mit Themen die unseren Hörerinnen und auch Hörern einen Mehrwert bieten wo sie Infos, Inspirationen und Wissen bekommen für Themen diese in ihrem Leben beschäftigen.
00:00:53: Und das Thema mit dem wir uns heute beschäftigen wollen ist vermutlich so alt wie Patrick Hart.
00:00:59: Und durchdringt jedes einzelne Leben und vor allem jedes einzelnen Frauenleben so stark, dass ich wahrscheinlich nicht falsch liege wenn ich sage es betrifft
00:01:06: uns alle
00:01:07: Sie mich und auch meine zwei Gästinnen die heute hier bei mir im Studio sind um mit mir gemeinsam über Mental Loads sprechen wollen.
00:01:15: Eva Maria Schmidt.
00:01:16: sie erforscht das Phänomen.
00:01:17: sie ist Soziologin vom Institut für Familienforschung an der Universität Wien und außerdem stellvertretende wissenschaftliche Direktorin.
00:01:25: Herzlich willkommen!
00:01:26: Dankeschön!
00:01:27: Und Julia Kommender, sie ist Fachleiterin Frauengesundheit bei Broges.
00:01:31: das ist ein gemeinnütziger Gesundheitsdienstleister aus Linz wo es darum geht Gesundheit für alle Menschen zu fördern.
00:01:38: auch ihnen ein herzliches Willkommen.
00:01:40: Danke
00:01:40: für die Einladung.
00:01:41: Ja und ich würde vorschlagen wir starten einen Vergleich mitten rein in medias res.
00:01:46: Frau Schmidt, Sie beschäftigen sich in Ihrer Forschung mit dem Thema Mental Load.
00:01:49: Wie ist dieser Begriff eigentlich definiert?
00:01:52: Ja das ist ein relativ neues Phänomen oder erst kürzlich erforschtes Phänomene muss man dazu sagen wo es schon länger dazu Forschung gibt.
00:02:02: Sorge-Tätigkeit im Allgemeinen.
00:02:04: Und mentale Sorge tätigkeiten sind sozusagen ein Teil von der Bandbreite an verschiedensten Tätigkeiten, Überlegungen die notwendig sind damit Sorgearbeit in Familien-, in Themenbeziehungen gelingt.
00:02:19: Das beginnt wenn man sich überlegt was den Bedürfnisse von anderen sind, die zu versorgen sind.
00:02:26: Wenn man Verantwortung dafür übernimmt, sich verantwortlich fühlt dafür tatsächlich das Bedürfnis erfüllt, um den es geht und die Versorgung übernimmt.
00:02:36: Also die Windeln wechselt oder das Essen kocht zieht sich es auch noch weiter mit.
00:02:43: Ich muss schauen, sind die Bedürfnisse tatsächlich erfüllt?
00:02:46: War das gut oder war das schlecht was ich da gemacht habe?
00:02:49: Also das sind sozusagen diese mentalen Sorge-Tätigkeiten, die man sich anschauen kann und der Load entsteht vor allem dann wenn's nicht mehr nur das organisatorische ist, dass überlegen, das Planen, das Antizipieren von Bedürfe, sondern wenn die emotionale Komponente dazu kommt, die ja meistens in diesen Versorgungsthemen Fetigkeiten in Familien da Inherenz ist und dann kann es sein, dass das belastend wird.
00:03:16: Weil möglicherweise das Bedürfnis nicht gut erfüllt wurde weil's Menschen nicht gut geht im Umfeld wenn es einem sein wird nicht gutgeht Und dann kann schon sein dass eine Last entsteht eine mentale.
00:03:27: Das heißt nur nochmal zusammengefasst Es geht nicht nur darum beispielsweise den Müll rauszutragen sondern Der ganze retten Schwanz, der sich daran hängt also auch dafür zu sorgen dass zum Beispiel leere Mülldüten im Haus sind und so weiter.
00:03:42: Und die emotionale Verantwortung auch zu tragen für für die ganzen Bedürfnisse, die in einer Familie beispielsweise oder in einer Beziehung vorherrschen.
00:03:50: Genau,
00:03:50: Sorge-Tätigkeit ist immer auch wie geht es dem anderen gut?
00:03:53: Also dafür zu sorgen dass es den Feld und den Anderen gut geht.
00:03:57: Sie haben mir eben vorgespräch gesagt das sie im Begriff Mental Load ambivalent gegenüberstehen.
00:04:02: was meinen Sie damit?
00:04:03: Weil
00:04:03: ich versuche zu differenzieren in meiner analytischen Herangehensweise wann entsteht denn eine Last und entsteht die wirklich?
00:04:11: nur durch die mentalen Tätigkeiten Erkenntnisse, also jetzt nicht nur aus meinen eigenen Forschungen sondern auch der Literatur möchte ich immer betonen dass die Last vor allem dann entsteht wenn dieses Zusammenspiel aus verschiedensten Sorge-Tätigkeiten und nicht nur das mentale überlegen das sich kümmern um jemandem zu belastend ist.
00:04:33: sich um jemanden kümmern, an sich schon ambivalent ist.
00:04:36: Also das kann ja sehr freutvoll sein, sehr lohnend.
00:04:39: da kriegt man viel zurück aber es ist eben wenn's zuviel wird in der Gesamtheit und wenn diese Verantwortung die man da trägt auch nicht gesehen wird dann ist es wahrscheinlich irgendwann eine Last und möglicherweise irgendwann sogar eine Überlastung.
00:04:54: Frau Kommender, wir wollen jetzt mal die Perspektive ein bisschen wechseln.
00:04:57: Also weg von dieser theoretischen Betrachtung.
00:05:00: Wie definiert sich dieser Mental-Load für den Betroffenen selbst und wo manifestiert er sich?
00:05:07: Genau also im Frauengesundheitszentrum treffen wir ganz viele Frauen, die von dieser mentalen Last betroffen sind.
00:05:13: Uns ist immer ganz wichtig zu unterscheiden, dass es einerseits natürlich ein individuelles Problem der jeweiligen Frau ist.
00:05:20: Die betroffen ist von dieser Last die im Alltag damit leben muss und irgendwie Strategien finden will das wiederzureduzieren und andererseits ist es aber ein strukturelles Problem Das auf Ungerechtigkeiten zwischen Männern und Frauen zurückzuführen ist, das auf Rollenverteilungen zurückzufügen ist.
00:05:39: Und da muss man wahrscheinlich auf beiden Ebenen schauen Lösungen zu finden.
00:05:43: Sie haben automatisch von Frauen gesprochen, ist Mental-Load ein Frauenthema?
00:05:47: Ganz
00:05:47: und gar nicht.
00:05:48: Es ist sicher auch ein Thema, das auch Männer betrifft aber diese Familienarbeit, die ganze Denkarbeit mit Mental Load gemeint ist ohne Pausen den ganzen Tag immer irgendwas zu tun zu haben Und wenn man gerade Pause hat läuft diese Denkarbeit weiter.
00:06:05: Was ist zu tun?
00:06:06: als Beispiel zum Beispiel Ein Kind ist zu einer Geburtstagsparty eingeladen.
00:06:11: Wer überlegt, welches Geschenk man kauft?
00:06:13: Was gefällt diesem Kind das einlädt?
00:06:16: Wer besorgt das Geschenkt?
00:06:17: Wer verpackts so dass dann am Ende das Kind zu dieser Party kommt?
00:06:22: Das sind ganz viele kleine Denkaufgaben die auch unsichtbar sind oft und auch wenig Beachtung oder Anerkennung finden.
00:06:30: Und am Ende ist es einfach dieses Denken ohne Pausen tun ohne pausen Dass die Frauen so sehr belastet Genau und natürlich kann das auch Männer betreffen.
00:06:42: Also es sollte eigentlich uns alle betrefen, es betrifft aber mehr Frauen als Männer.
00:06:46: ich glaube das kann man schon so sagen.
00:06:47: wir gehen da gleich nochmal drauf ein.
00:06:50: wo manifestiert sich das jetzt konkret?
00:06:54: Man kann sich so vorstellen dass das ein Dauerstress im Körper ist und Stress setzt sich im Körper fest.
00:07:01: Der Körper ist manchmal ein bisschen schneller als der Kopf.
00:07:04: Also sollten dem Körper gut zuhören, wenn er reagiert.
00:07:08: Das kann sich zeigen in Dauerverspannungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme also auch psychische emotionale Belastungen, Gereiztheit vielleicht auch oder Gedankenkarussell beim Einschlafen in der Nacht.
00:07:26: alles möglich.
00:07:26: Also einfach diese Stresssymptomatik, die dann sich einfach fest setzt und wo wir wirklich hellhörig sein sollten und dann entweder selber versuchen Dinge zu ändern an manchen Schrauben zu drehen um da ein bisschen rauszusteigen aus diesem Mechanismus der läuft oder ich finde es auch eine Stärke wenn man sich Hilfe holt in solchen Situationen wenn schon so belastend ist.
00:07:49: Ja, zu solchen Strategien kommen wir vielleicht noch später.
00:07:54: Frau Schmitze haben den Mendelot erforscht und wir haben ja gerade auch gehört das Wort unsichtbar – das ist ein großer Teil des Problems weil es eben nicht wie ein gebrochenes Bein oder einen Wagen, den man hinter sich sichtbar ist sondern im Unsichtbar.
00:08:09: Wie erforsgt man das?
00:08:10: Und was sind Ihre wichtigsten Erkenntnisse aus Ihrer Forschung?
00:08:14: Das ist ganz, ganz ein wichtiges Kennzeichen.
00:08:16: Es ist nicht nur unsichtbar nach außen hin dass also jemand der die Frau beobachtet beim Kochen erkennt was denn da alles dazugehört sondern sogar für die Personen selbst oft.
00:08:28: Also das ist so internalisiert und in den Körper fast eingeschrieben wenn einmal dieser Automatismus innerhalb einer Paarbeziehung beispielsweise von Daten gegangen ist, dass einer oder eine eben diese Hauptverantwortung übernimmt.
00:08:43: Dass das gar nicht mehr so bewusst ist wie Sie auch schon gesagt haben und erst mal reflektiert oder bewusst gemacht werden muss.
00:08:51: Und es gibt keinen On-off-Button.
00:08:54: also ich kann mich nicht ins Bett legen und dann den Stoppknopf drücken sondern die Gedanken sind einfach in alle Tätigkeiten eingeschrieben.
00:09:04: Wie erforscht man das?
00:09:05: Frage.
00:09:06: Wir haben natürlich ganz, ganz tolle große Umfragen Zeitverwendungsstudien die so ein bisschen zeigen was denn die Grundlage für diese Hauptverantwortung und für die Ungleich-Verteilung vielleicht zwischen Frauen und Männern ist.
00:09:18: Weil da zeigt sich, dass Frauen deutlich mehr an dieser unbezahlten Sorgertätigkeit, die messbar ist übernehmen.
00:09:25: Und da sprechen wir davon, dass Männer oder Frauen auch gefragt werden, wann sie denn mit ihrem Kind Zeit verbringen?
00:09:31: Wann Sie denn kochen?
00:09:33: Wollen Sie denn welche zusammenlegen beispielsweise?
00:09:36: Es wird sehr genau notiert in diesen Zeitverbindungsstudien aber welcher Gedanke einen durch den Kopf schießt, wann man sich emotional belastet fühlt weil dem Kind das Geburtstagsgeschenk doch nicht gefallen hat und das eigene Kind dann traurig war.
00:09:50: Also das kann nicht aufgezeichnet werden.
00:09:52: Das ist ganz ganz schwierig vor allem über so quantifizierende Studien und wir haben versucht mit den Frauen selbst zu sprechen.
00:09:59: in einem nächsten Projekt werden wir auch die Männerseite beleuchten Welche Tätigkeiten denn alle dazugehören?
00:10:06: Welche Gedanken Sie sich machen und sind darauf gekommen, dass gerade diese Emotionsarbeit also das Managen der emotionalen Atmosphäre innerhalb einer Familie, der Emotion in aller Familienmitglieder einen ganz großen Teil ausmacht.
00:10:20: Und sogar dazu führt, dass Frauen ihre eigenen Emotionen dann beispielsweise in den Griff versuchen zu bekommen nicht gestresst zu wirken.
00:10:29: Zu schauen, dass die Atmosphere möglichst relevant ist für das Kind zum Beispiel
00:10:34: Das heißt, welche Erkenntnisse konnten Sie gewinnen?
00:10:36: Dass es eigentlich nicht in diesem Zeit.
00:10:39: Verwendungsstudien, die ja leider ganz selten nur gemacht werden.
00:10:43: Also ich glaube die letzte ist jetzt zwei oder drei Jahre her und dazwischen waren irgendwie fast zwanzig Jahren oder so... Das heißt, dort kann man das nicht alleine rauslesen.
00:10:52: Da muss man schon qualitativ noch mal hinterher forschen.
00:10:54: Richtig!
00:10:56: Also ich glaube auch nicht dass es Fragebögen gäbe oder Zeitverwendungsfragen die das erfassen könnten weil das auch oft nur kurz passiert und in Sekunden Bruchteilen der Ernehmtergedanke durchschießt ja?
00:11:09: Ja und vielleicht auch, weil wir sehr so internalisiert haben, dass es uns gar nicht bewusst ist und sowas sich bewusst zu machen um es messbar zu machen, das ist natürlich die große Challenge.
00:11:19: Vielleicht zur Ergänzung?
00:11:20: Es gibt aber sehr gute Fragebögen wo auch Paare untereinander das mal gemeinsam ausfüllen können und ich weiß nicht ob sie auch noch darauf zurückkommen wollen.
00:11:29: Wo man sich ja auch diesen Reflexionsprozess einmal anstoßen kann.
00:11:32: Das sprechen drüber und das bewusst machen.
00:11:35: Ja gut, das Stichwort!
00:11:36: Wie kann man denn so etwas sichtbar machen?
00:11:38: was gibt's denn dafür Tricks?
00:11:40: Also das Beste ist dass wir jetzt darüber reden und dass wir sichtbaren machen und auch bewusst machen.
00:11:47: Diese Aufteilung wirklich nicht von Tätigkeiten, das ist was oft missverstanden wird.
00:11:51: Es geht nicht darum dass man sich Tätigkeit gut aufteilt in einer Familie sondern dass man Verantwortung teilt.
00:12:00: Als Beispiel nenne ich wieder das Kochen zum Beispiel wenn man kocht dann gehört nicht nur der Vorgang des Kochens zu kochen sondern muss sich überlegen Was soll es zum Essen geben?
00:12:10: Man muss einkaufen gehen und alles vorbereiten so dass am Ende des Mittagessen zB am Tisch steht Und das einfach mal sichtbar zu machen, indem man eben so Listen schreibt.
00:12:21: Es gibt auch Vorlagen die man verwenden kann wo man dann die Tätigkeiten die normalerweise in einem Familienalltag anfallen gut teilen kann also die Verantwortung verteilen kann.
00:12:33: Genau weil was ja oft kommt ist dieser Satz Ich helfe dir doch eh und ich habe dieses Zitat wenn ihr Mann in einem Haushalt hilft Dann haben Sie Mental-Lote.
00:12:43: Und ich finde, das muss man sich schon... Also es muss man mir besiegern lassen.
00:12:46: aber das stimmt natürlich weil wenn man einen Helfer hat was bedeutet dass denn für einen selber, dass man verantwortlich ist?
00:12:50: Genau die Verantwortung bleibt bei einer Person und genau darum geht's.
00:12:54: Die Abgabe von Verantwortung.
00:12:58: da müssen wir auch ein bisschen etwas lernen wie Frauen nämlich dass wir diesen Perfektionismus auch ablegen oder die Verantwortung auch wirklich abgeben wollen und können, indem wir zulassen, dass es jemand anderes halt ein bisschen anders macht.
00:13:14: Vielleicht andere Lösungstrategien hat das ein anderes Ergebnis rauskommt.
00:13:18: aber ohne Bewertung ist einfach zu lassen und es ist in Ordnung wenn's anders ist als man selber machen würde.
00:13:24: Man spricht dann ja vom Gatekeeping.
00:13:25: Also wenn Frauen, wir bleiben jetzt mal bei diesem Stereotyp, wenn Frauen zum Beispiel so etwas wie einen Bereich übernommen haben was ja auch automatisch oft passiert dadurch dass man zum Beispiel das Kind still in Kerenz bleibt und sozusagen von Anfang an dafür einfach zuständig ist und dass dann irgendwann der Punkt gekommen ist wo man es nicht mehr so einfach abgeben kann oder möchte Ist das auch Teil ihrer Forschung?
00:13:48: diese
00:13:49: Ja, auf jeden Fall.
00:13:50: Gerade dieses Einspielen von Verantwortlichkeiten ist ein zentraler Bestandteil, den man berücksichtigen muss.
00:13:59: Wie verändert sich das über einen Zeitverlauf?
00:14:05: entsteht oder manifestiert sich eben diese Zuteilung und diese sich verantwortlich vielen Standards setzen, Ansprüche entwickeln.
00:14:13: Wo es dann sicher auch einen bewussten Schritt braucht zu sagen jetzt macht zwei andere und ich gebe das ab und ja bin mit dem Ergebnis auch zufrieden wenn's nicht mein Ideales ist.
00:14:25: Und zwar von Anfang bis Ende.
00:14:27: also man muss an den ganzen Strangen abgeben sonst macht keinen Sinn.
00:14:30: oder weil wenn man dann ständig noch drin denken muss ist er jetzt eher ledig.
00:14:34: Und am besten sehen wir auch in unseren Forschungen gelingt es halt, wenn tatsächlich räumlich und zeitlich ein sehr langer Teil einer Betreuungszeit, einer Karenz zum Beispiel dann von einem anderen übernommen wird.
00:14:47: Weil sich das umdrehen kann, anders einspielen kann... die finanzielle Versorgung zum Beispiel jemand anderer übernimmt, weil auch die muss ja einen Mann dann vielleicht abgeben.
00:15:00: Ja es geht in zwei Richtungen und was da natürlich reinspielt ist diese erstaunlich geringe Anzahl an Männern, die ernsthaft den Kerenz gehen mit ernsthaft meine ich nicht zwei Monate und die dann Juli und August zufälligerweise zu nehmen, weil das sind die Monate wo die meisten Männer Kerenzzeit nehmen Und nur so lernt man, glaube ich auch was wirklich alles zu tun ist oder?
00:15:23: Ja und vor allem dann glaube ich wenn tatsächlich die Zeit alleine mit dem Kind auch wurde.
00:15:30: Weil sonst sehr häufig passiert es dann dass Paare gemeinsam auf Urlaub sind oder die Zeit dann zu kurz ist Die Frau vielleicht auch gar nicht vollzeit erwerbsätig ist in der Zeit und die finanzielle Versorgung übernimmt.
00:15:42: Auch das ist ja eine Sorge-Tätigkeit, die notwendig ist.
00:15:46: Das können wir nicht wegrechnen in unserer Welt und auch da braucht sozusagen einen Schritt dass Frauen diese Verantwortlichkeit sehen und übernehmen.
00:15:57: Auch das wird es brauchen damit hier dann vielleicht eine gleichwertige Übernahme entstehen kann.
00:16:04: Wir sprechen jetzt die ganze Zeit so von der klassischen Vater-Mutterkind-Situation.
00:16:10: Wie ist es denn in homosexuellen Beziehungen?
00:16:12: Gibt's da einen Unterschied?
00:16:14: Dazu habe ich wenig Forschung gefunden, also es gibt grundsätzlich schon wenige Forschung.
00:16:19: Sehr häufig zeigen sich aber das was ich weiß von Familienkonstellationen, die abseits von heteronormativen Start finden dass auch da natürlich spezifische Bereiche entwickeln, wo eine Person für einen bestimmten Bereich hat Verantwortung über ihm zum Beispiel die finanzielle Versorgung und der andere vielleicht sagt ich kann eher die unbezahlten Sorge-Dätigkeiten mal übernehmen.
00:16:42: Und auch da wird dann eine Spezialisierung passieren und eine Hauptverantwortung wieder gefühlt wird und übernommen
00:16:48: wird.
00:16:49: Was mich interessiert an dieser Stelle ist es für sie eigentlich aus dieser Forschung heraus Privat.
00:16:55: dann ein bisschen hat sich da auch was verändert.
00:16:58: Maximal, dass es mir immer wieder vor Augen geführt wird wie schwierig es ist tatsächlich umzusetzen.
00:17:04: Also ich nehme mich da überhaupt nicht aus.
00:17:06: also ich beschäftige mich mit diesen Themen seit zwanzig Jahren und die Selbstverständlichkeit mit der man Dinge übernimmt an die man denkt ist derart internalisiert.
00:17:17: das erlebe ich schon auch selbst.
00:17:19: Ich möchte noch auf diesen Punkt zurückkommen.
00:17:21: Was ist denn, müssen wir diesen Standard an Mental-Load beibehalten?
00:17:24: Kann es nicht sein dass man den grundsätzlich, dass man da ein bisschen der Ansprüche reduziert und entspannter ist sich vielleicht die Frau an den Maßstäben des Mannes wenn das so viel anders ist ein bisschen orientiert?
00:17:37: also die Frage schon sollen den Männer irgendwann auch soviel Mental-Lode haben wie Frauen oder findet man einen anderen Weg?
00:17:44: Wie ist das bei Ihnen, Frau Kommender?
00:17:46: Wie gehen Sie privat um mit dem Mendellohn, den Sie ja sicherlich auch haben.
00:17:50: Natürlich habe ich denn auch.
00:17:52: Ich möchte auch nochmal zurückkommen auf das Thema, dass es eben nicht ... Die Lösung ist nicht die, dass wir uns besser organisieren müssen und dass es noch mehr Selbstoptimierung geht.
00:18:03: Ich glaube, das ist die große Gefahr, dass Wir Frauen dann wieder versuchen, noch besser zu werden, noch organisierter, noch strukturierter im Alltag zu sein.
00:18:11: Darum geht's nicht!
00:18:14: Ich finde das Bewusstsein, dass Pausen – wenn sie verantwortungsvoll gemacht werden wirklich was ist, was die Gesundheit fördert als ganz wichtige Entscheidung.
00:18:26: Also, dass pausen vielleicht sogar im Kalender stehen.
00:18:28: Also etwas, was man einzuhalten hat und wo man wirklich Pause macht.
00:18:33: Wie können Sie eine Pause ausschauen?
00:18:36: Gibt es konkreteren Tipps von Ihnen?
00:18:38: Man kann sich an einen schönen Platz setzen.
00:18:40: Es gibt verschiedene mentale Übungen, die man machen kann, um kurz abschalten zu können in die Ferne schauen
00:18:49: und
00:18:50: die Augen schließen.
00:18:51: Kurz auf die Couch legen nach dem Mittagessen.
00:18:54: Es sind viele bekannte Möglichkeiten, die kurze Pausen.
00:18:58: Wirklich versuchen dann nicht zu denken oder wieder nachherkommen, sondern diese Pause bewusst als etwas Leeres definieren.
00:19:08: Wo mal nichts passiert, wo man nicht funktionieren muss und wo man nur bei sich selbst versucht zu sein.
00:19:15: Mental load ist bis zu einem gewissen Grad einfach Teil unseres Lebens.
00:19:18: also niemand hat gar keine mentale Arbeit zu erledigen oder gar keine... Ich glaube es gibt ganz wenig Menschen die Null-Sorgearbeit für andere Personen haben.
00:19:30: Wie manifestiert sich denn?
00:19:32: Ab wann ist es denn ein Zuviel?
00:19:34: Woran können wir erkennen, dass der Mendelot den wir jetzt haben und er bis zu einem gewissen Grad in manchen Phasen ja normal ist um dieses unbeliebte Wort zu strapazieren.
00:19:43: Aber wo ist der Punkt, wo's zu viel wird?
00:19:47: Der Punkt, was zu viel ist, ist individuell sehr unterschiedlich.
00:19:50: Jeder Mensch ist unterschiedlich belastbar.
00:19:54: Drum ist es so wichtig, dass wir selbst unsere Grenze gut definieren und diese auch immer wieder kommunizieren, da nicht immer wieder das Ertragen und wieder drüber hinweggehen über die eigenen Grenzen.
00:20:07: Also das ist glaube ich das Wichtigste, dass wir selbst versuchen sehr reflektiert zu sein und nicht mehr bereit sind, über diese Grenze zu gehen.
00:20:17: Als
00:20:17: Expertin für Gesundheit, was passiert denn dann wirklich ganz konkret?
00:20:20: oder was kann passieren?
00:20:22: Sie haben schon angesprochen, Schlafstörungen.
00:20:25: Aber gibt es tatsächlich Krankheitsbilder die aus diesem Dauerstress erwachsen?
00:20:31: Natürlich gibt's dann diese typischen Stresskrankheiten.
00:20:35: Überlastungssymptome, Burnout und auch Depressionen aber auch hormonelle Störungen können entstehen durch den Dauerstress.
00:20:43: Und darum muss man wirklich vorzeitig versuchen Hilfe zu holen oder in die andere Richtung zu steuern, wenn man merkt der Stress wird für den Körper zu einer Dauersituation.
00:20:54: Sie haben vorhin erwähnt, Frau Schmidt, dass sie schon seit zwanzig Jahren in dem Bereich forschen.
00:20:59: das Problem ist also eigentlich seit Jahren
00:21:03: bekannt
00:21:03: und hat auch seit langem glaube ich einen Namen.
00:21:06: Warum ändert sich denn nichts?
00:21:08: Weil ich glaube es hat sich ganz wenig geändert in diesen zwanziger
00:21:11: Jahr.
00:21:13: Das hat viele verschiedene Gründe.
00:21:16: Einer der wichtigsten ist, glaube ich diese soziale Komponente.
00:21:21: Also wie wachsen wir auf?
00:21:23: Was bekommen wir in unserem Umfeld mit?
00:21:24: Was wird von uns erwartet und was wird von unseren Frauen zugeschrieben?
00:21:30: Wer ruft mich an wenn im Kindergarten das Kind sich verletzt hat?
00:21:35: Und so weiter.
00:21:35: also auch die strukturelle Komponenten, die man nicht einfach ausschalten kann.
00:21:40: Die Arbeitgeberin, die erwartet dass ich, wenn ich jetzt ein Schwanger bin danach auch jahrelang wahrscheinlich aus oder zumindest nur Teilzeit der Werbsätigkeit zurückkommen.
00:21:49: Also alle diese kleinen, kleinen Rädchen in dem großen Ganzen verhindern dass da ein rascher Wandel passiert.
00:21:59: und ja das kann ich zwar gut erforschen, Ratschläge geben wie man tatsächlich soziale Normen oder diese kulturelle Prägung ändert, das ist wirklich schwierig.
00:22:12: also natürlich Gibt es gesetzliche Möglichkeiten, die man schaffen kann?
00:22:18: Belohnungssysteme für die, die das dann gleicher machen oder egalitärer aufteilen.
00:22:23: Das gibt natürlich diese Wege, die dann auch dazu führen, dass soziale Normen und Erwartungen sich da ändern.
00:22:29: Aber ganz grundsätzlich ist das einfach der Bereich, der sich Träge ändert.
00:22:33: Und wir noch auf relativ kurzem Weg sind hier in Österreich.
00:22:38: Also da gibt's Länder, die haben da einfach Jahrzehnte lange Vorarbeit geleistet, wo es ein bisschen besser ist oder wo soziale Normen andere sind und strukturelle Gegebenheiten andere sind.
00:22:49: Und
00:22:49: kann man das dann auch tatsächlich messen?
00:22:50: Also ist das erkennbar weniger Gesundheitsprobleme und weniger Burnout bei Frauen?
00:22:55: Ja
00:22:55: also ich kenne Studien die zeigen dass dass Frauen zum Beispiel besser schlafen in Ländern, wo Geschlechtergerechtigkeit stärker gelebt wird.
00:23:05: Dass hier auch die Ungleichheiten in der Schlafqualität z.B.
00:23:08: nicht so hoch sind.
00:23:11: Dann Gewalterfahrungen sind dann meistens reduzierter oder Gewalt überhaupt innerhalb von Familien wenn es geschlechter gerecht dazu geht.
00:23:19: Auch die Zufriedenheit mit Partner schaffen ist höher, wenn man weiß irgendwie der andere kennt meinen Belastungen.
00:23:27: Ich kenn's eine Belastung vielleicht.
00:23:28: Das macht natürlich durchaus Sinn!
00:23:32: Wir haben aber anfangs schon darüber geredet dass es ja hauptsächlich bei diesem Thema um die Sorgearbeit geht und die ungerechte Aufteilung derselben.
00:23:40: Und wir gehen jetzt einmal wieder von unserem heteronormativen Bild aus.
00:23:44: Was dürfen wir denn von Männern erwarten?
00:23:49: Also dann betone ich immer gerne, dass für die Versorgung einer Familie oder von familiären Beziehungen immer viele verschiedene Sorge-Tätigkeiten notwendig sind.
00:23:58: Es muss ja auch jemand Sorge tragen und sich verantwortlich fühlen, dass der Lebensstandard der Familie erhalten bleibt, dass es finanzielle Versorgungen gibt – da zeigen die Studien schon -, hauptsächlich von Vätern und Männern übernommen wird, da Frauen weniger Verantwortungsbewusstsein haben.
00:24:16: Und dass Väter auch dadurch sehr belastet sein können.
00:24:18: also wenn wir Schlaf Schwierigkeiten aufgrund von Mandalore zum Beispiel anschauen dann haben Väter eher Sorgen den Job zu verlieren.
00:24:26: der Zubrikär ist ja die nächste Karriere Stufe vielleicht nicht eintritt wo denn die finanzielle Versorgung besser wäre Die Schule besser wär für die Kinder wie auch immer.
00:24:35: Also diese Sorgen die treffen eher Väter Und die darf man, glaube ich auch nicht unterschätzen.
00:24:41: Das sind schon Sorge-Tätigkeiten oder mentale Sorgen, die Frauen wahrscheinlich weniger belasten.
00:24:48: und andererseits natürlich muss man diesen Aspekt auch berücksichtigen.
00:24:51: wenn man sagt wir wollen dass Frauen da was abgeben von ihrem Part und Männer sollen da etwas übernehmen dann muss man halt auch auf dieser Seite wahrscheinlich ein bisschen an Ausgleich schaffen.
00:25:00: Ich habe irgendwann mal gelesen und ich weiß nicht, ob es stimmt.
00:25:02: Ich kann auch keine Quelle nennen dass es tatsächlich Frauen gibt die nach einer Trennung von ihrem Partner Sangement Lot hat sich verringert.
00:25:13: Kann das stimmen?
00:25:14: Ich kann es mir vorstellen, dass das möglich ist weil es durch die Trennungen vom Wohnraum her besser oder transparenter möglich ist die Verantwortung zu teilen.
00:25:25: Es ist klarer da.
00:25:27: Genau, es ist klar und man muss einfach Pakete schnüren und kann die dann wirklich räumlich besser auseinander nehmen.
00:25:35: Sind aber trotzdem Frauen, die zum Beispiel alleine ziehen sind?
00:25:41: Haben sie mehr Mental-Load?
00:25:42: Kann man das trotzdem feststellen?
00:25:45: Punktuell bestimmt.
00:25:46: Das würde ich nicht generell sagen, aber punktuell weil es ja nicht nur so diese Aufgaben und die Denkarbeit ist sondern eben auch diese emotionale Arbeit ist und im Alltag kann's schon natürlich zum Spitzen kommen wo der Mental Lot dann allein bei der Frau ist, die eben alleine erzählen is'.
00:26:03: Und sie kann jetzt sich natürlich nicht am Amt hinsetzen und Aufgaben neu verteilen und darüber diskutieren wer von wofür zuständig ist, sondern am Ende ist sie die einzige.
00:26:12: Was kann man diesen Personen raten, die einfach wirklich auf sich alleine gestellt sind mit der ganzen Denkarbeit?
00:26:18: Also auch da geht es darum dass man einfach gut auf die Ressourcen schaut und auch wenn der Partner nicht im gleichen Haushalt da ist oder der Vater der Kinder.
00:26:28: Gibt's Großeltern?
00:26:29: Gibt es Geschwister, tante und Onkeln Freunde und Freundinnen die man mit einbinden kann wo man trotzdem auch Möglichkeiten der Entlastung findet oder sich selbst pausend ermöglicht dadurch dass man Dinge abgibt.
00:26:44: Das muss nicht immer der Vater der Kinder sein mit dem man teilt.
00:26:48: Ja das stimmt schon.
00:26:48: jetzt gibt ja eine gewisse ich sage einfach mal Dominanz dieser einen Beziehungen.
00:26:53: also wir sind ja sehr stark so strukturiert dass die Paar- beziehung zwischen Mann und Frau ein zentrales Element ist.
00:26:59: Aber es gibt ja auch noch ganz viele andere Beziehungen, in denen man da vielleicht anzapfen kann nach barrieren Freundinnen.
00:27:04: Genau, Emile.
00:27:06: Das heißt das wäre auch ein guter Hinweis aus Ihrer Sicht?
00:27:09: Genau!
00:27:11: Noch mal zurück zum Thema Gesundheit weil wir haben jetzt viel gesprochen über Schlafmangel.
00:27:15: Schlafmangel ist ein großes Problem in der Welt.
00:27:18: also das hört man immer wieder vor allem von Eltern.
00:27:20: was kann sich denn daraus entwickeln, wenn man da nicht restzeitig drauf schaut?
00:27:26: Sie sehen bekannt dass wenig Schlaf gesundheitlich gravierende Auswirkungen haben kann körperlich aber genauso psychisch.
00:27:32: Man ist weniger belastbar und gereizt die Unfallanfälligkeit steigt.
00:27:38: Konzentrationsprobleme die folgen Infekt-Anfälligkeiten können steigen wenn man nicht ausgeschlafen ist.
00:27:45: Also ein gesunder Schlaf ist sehr wichtig auch für die mentale Belastbarkeit.
00:27:50: Ja, es zeigt einfach schon wie weit dieses Thema irgendwie greift und wie wichtig auf vielen verschiedenen Ebenen das ist.
00:27:57: Dass man sich das irgendwie bewusst macht und da genau hinschaut.
00:28:01: Wie ist es denn bei Ihnen beiden?
00:28:03: Wo schöpfen Sie denn Energie?
00:28:04: Was sind so Ihre Kraftquellen im Alltag?
00:28:07: Für mich ist es schon diese Konzentration auf mich selbst also nicht Übungen aber Yoga oder Atemübungen Nichts denken, schaffe ich glaube nicht.
00:28:18: Aber ich muss mich dann auf was anderes konzentrieren als mich ablenken.
00:28:22: Dann funktioniert das ganz gut!
00:28:24: Wie ist es bei Ihnen Pakumente?
00:28:25: Ich versuche
00:28:26: auch immer wieder kleine Inseln im Alltag zu finden wo ich wieder Kraft schöpfen kann.
00:28:34: rausgehen in die Natur bewegen ohne Leistungstruppen vielleicht das was man da machen sollte nicht der Höchstleistungen mit dem Sport erbringen weil Stress vielleicht auch wieder zusätzlich.
00:28:46: Ja auch Yoga, Entspannungsübungen.
00:28:48: Zeit mit Freunden verbringt einfach kleine Auszeiten finden.
00:28:52: Haben Sie beide die Hoffnung dass wir eines Tages es wirklich schaffen das wir diese unsichtbare Sorge aber diesen Mental-Load gerecht verteilen können?
00:29:01: Hoffnung ist bei uns keine Kategorie!
00:29:04: Eine Wissenschaftskategorie.
00:29:06: Aber wenn ich so prognostizieren sollte und mir überlegen sollte wie wahrscheinlich es ist dann bin ich etwas pessimistisch, aber weil ich einfach glaube dass sehr viel in unserer Gesellschaft passiert das diese Art der Aufteilung immer wieder reproduziert und manifestiert.
00:29:26: Und dass es einfach sehr schwierig ist, dass du durchbrechen.
00:29:31: Deswegen finde ich solche Podcasts super, wo es einfach bewusst gemacht wird.
00:29:34: Wo man auch zeigen kann die Kinder abzugeben oder jemand anderes soll mal auf die Kinder schauen ist oft schwierig wenn man von Fremdbetreuung spricht und wenn man weiß dass Frauen auch leiden wenn ihre Kinder nicht bei ihnen sind weil sie sich selbst so stark zuschreiben was am besten zu können und so weiter.
00:29:52: also das ist so tief erankert dass das gar nicht so leicht ist umzusetzen glaube
00:29:58: Ja, also es ist ja auch nicht umsonst so dass viele Frauen auch im ländlichen Raum einfach gar nicht die Möglichkeit haben ihre Kinder unter drei Jahren abzugeben.
00:30:08: Und wenn sie's tun dann haben Sie eine wie man sagt schlechte Nachrede
00:30:12: oder ein schlechtes Gewissen?
00:30:14: Oder beides.
00:30:16: Also das schlechte Gewissen ist sich auch ein großer Faktor der da ganz stark rein spielt weil man hat ja vor allem als Frau ich kann nicht für Männer sprechen immer ein schlechtem Gewissen Man arbeitet zu wenig oder man arbeitet zu viel, man ist zu viel bei den Kindern.
00:30:31: Man kann es ja nicht richtig machen!
00:30:34: Haben Sie denn die Hoffnung?
00:30:35: Oder was gibt Ihnen vielleicht Hoffnung, dass es doch eines Tages ein bisschen gerechter wird?
00:30:39: Also ich möchte optimistisch bleiben.
00:30:42: Man trifft ja doch immer wieder viele Frauen, die jetzt sehr bewusst auch über das Thema reden
00:30:47: und
00:30:47: öffentlich machen wie sie ihnen geht wo diese mentalen Belastungen sind in ihrem Alltag.
00:30:54: Und wir treffen auch immer mehr Männer, die bereit sind Verantwortung wirklich zu übernehmen.
00:30:59: Von daher bin ich zuversichtlich aber natürlich gibt es noch viele Möglichkeiten wo wir dran drehen müssen, daran schrauben müssen das strukturell und individuell leichter wird.
00:31:11: Ja also ich glaube auch aus eigener Erfahrung kann ich auch sagen dass bewusst machen ist eine ganz wichtige Sache und immer wieder davon zu hören Ich glaube man kann das nicht oft genug betonen kein seltsames, falsches Gefühl ist.
00:31:22: Dass man das Gefühl hat, man kann es nicht richtig machen oder man macht den was falsch sondern... Es geht uns allen gleich, wir sitzen alle im selben Boot und sich das bewusst zu machen dass es anderen Frauen auch so geht ich glaube das ist schon ganz wichtig und möchte mich bei euch bedanken dass ihr das auch mit eurer Expertise unter Mauerts für unsere Hörerinnen und Hörern die wollen wir nicht vergessen weil die brauchen wir ja auch irgendwie im Boot.
00:31:45: Also wenn ich mir heute eines mitnehmen kann, dann eben das.
00:31:48: Dass niemand alleine darstellt mit dem Problem und dass es zwar ein strukturelles Thema ist, ein gesellschaftliches Thema, das wir auch nicht an einem Tag lösen können.
00:31:59: Ich glaube, das ist uns auch sehr wohl bewusst.
00:32:01: dafür muss einfach noch zu viel passieren.
00:32:03: Es spielen einfach zu viele Dinge rein angefangen eben von, Sie haben schon erwähnt, fast mit von patriarchalen Strukturen, von Rollenzuschreibungen.
00:32:11: die sind einfach sehr dicke Bretter an denen wir da bohren.
00:32:15: Und dann kommen eben auch noch Dinge dazu, wie der Gender Pay Gap, der einfach viele dieser Strukturen ja überhaupt erst verursacht oder da auch rein spielt.
00:32:23: und dann kommt eben auch dazu dass unsere Leben nicht schwarz-weiß und strukturiert sind sondern einfach chaotisch sind emotional sind Wir sind ja da auch keine Maschinen am Werk sondern Menschen und das trotz aller Bemühungen manchmal einfach trotz... Auch Bemühung in den Männern trotzdem wieder viel zu viel an uns hängen bleibt.
00:32:43: Ja und ich hoffe, dass wir eben mit diesem Podcast auch ein kleines winzige Stückchen im ewigen Kampf gegen die ungerechte Verteilung von Zwargearbeit beitragen können.
00:32:52: Und wenn es auch nur ist das sich eine höher rinde Kopfhörer aufsetzt und sich diese gute halbe Stunde nimmt um abzuschalten und sich auszuklinken da können Podcast ja auch ganz viel.
00:33:02: Ich sage vielen Dank an Sie liebe Frau Schmidt!
00:33:04: Gerne gerne
00:33:04: Danke!
00:33:05: Und auch lieber Frau Komender danke fürs Tasein!
00:33:08: Und ich freue mich, wenn Sie in zwei Wochen wieder dabei sind.
00:33:11: Wenn es eine neue Folge unseres Podcasts gibt.
00:33:13: Bis dahin wir hören uns!
00:33:15: Sind sie auf den Geschmack gekommen?
00:33:17: Neue Folgen
00:33:18: von Welt der Frauen zum Hören gibt es jeden zweiten Donnerstag überall dort wo es
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